Leon Engler in Ansbach: Botanik des Wahnsinns als eindringliche Lesung


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Leon Engler liest in Ansbach aus Botanik des Wahnsinns
Wie entsteht die Vorstellung davon, was als normal gilt? Am Samstag, 14. November 2026, bringt Leon Engler seinen Debütroman Botanik des Wahnsinns ins Kunsthaus R3 nach Ansbach. Die Lesung im Rahmen der 30. LesART verbindet literarische Sprachkunst mit psychologischer Reflexion und einer anschließenden Gesprächsrunde.
Eine Familiengeschichte zwischen Angst und Erkenntnis
Im Zentrum des Romans steht ein junger Mann, der von der panischen Angst verfolgt wird, selbst verrückt zu werden. Seine Familiengeschichte erscheint wie ein Stammbaum psychischer Belastungen: Die Großmutter ist bipolar, der Großvater war Patient in Steinhof, die Mutter alkoholkrank und der Vater depressiv. Nach einer Zwangsräumung bleibt dem Erzähler nur der Abfall seiner Familiengeschichte – ein eindringliches Bild für die Frage, was Menschen prägt und was sie von ihrer Vergangenheit lösen lässt.
Literatur über psychische Gesundheit
Engler verbindet autobiografisch anmutende Familienerzählung, psychologische Perspektive und literarische Selbstbefragung. Der Erzähler versucht, seiner Herkunft durch Flucht nach New York, Paris und Wien zu entkommen. Später arbeitet er als Psychologe in der Psychiatrie – ausgerechnet an jenem Ort, den er immer vermeiden wollte. Dort verändert sich sein Blick auf die eigene Geschichte. Die narrative Spannung entsteht aus dem Gegensatz zwischen Krankheit und Identität, Fremdzuschreibung und Selbstbestimmung.
Leon Engler: Autor, Psychologe und Dozent
Leon Engler, Jahrgang 1989, arbeitet als Autor, Psychologe und Dozent für Psychologie und Literarisches Schreiben. Er studierte Theater-, Film-, Medien- und Kulturwissenschaft sowie Psychologie. Für seine literarische Arbeit erhielt er den 3sat-Preis beim Bachmann-Wettbewerb. Außerdem wurde Botanik des Wahnsinns für den aspekte-Literaturpreis 2025 nominiert; Engler erhielt ein Stipendium der Villa Concordia und wurde mit dem Lieblingsbuch des Schweizer Buchhandels 2026 verbunden.
Lesungs-Atmosphäre im Kunsthaus R3
Das Kunsthaus R3 liegt zentral in der Ansbacher Altstadt und versteht sich als lebendiger Ort für Lesungen, Konzerte und Kunstausstellungen. Die intime Atmosphäre des Kulturhauses schafft den passenden Rahmen für eine Autor-Begegnung, in der Stimme, Sprache und literarische Qualität unmittelbar erfahrbar werden. Im Anschluss an die Lesung ist eine thematische Gesprächsrunde mit Prof. Dr. Mathias Zink geplant, dem Chefarzt der Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik am BKH Ansbach.
Fazit: Ein literarisches Erlebnis mit gesellschaftlicher Relevanz
Botanik des Wahnsinns führt mitten in einen kulturellen Diskurs über psychische Gesundheit, familiäre Prägung und die Grenzen vermeintlicher Normalität. Besucherinnen und Besucher erwartet eine eindringliche Lesung mit literarischer Analyse und fachkundigem Gespräch. Wer Gegenwartsliteratur mit psychologischer Tiefe erleben möchte, findet im Kunsthaus R3 einen Abend von besonderer Intensität.
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